Triple D Ranch bringt Quarter Horses zurück nach Iberien

Als sie spanischen Eroberer ihre iberischen Pferde mit in die neue Welt nahmen, hätten sie sich nie träumen lassen, dass die Nachkommen ihrer Pferde viele hundert Jahre später mit einem Umweg über Brandenburg nach Iberien zurückkehren würden.
Seit 2007 begeben sich Norbert und Rike zweimal im Jahr nach Portugal um dort an verschiedenen Reitställen Lehrgänge zu geben.

Eine ihrer Gastgeberinnen, Sandra Dias da Cunha vom Centro Hipico da Costa do Estoril in der Nähe von Lissabon, waren zwei Lehrgänge im Jahr nicht mehr genug, so dass sie der Triple D Ranch einen Besuch abstattete. Dabei erfuhr sie zum ersten Mal in der Praxis, wie fein Reiten wirklich sein konnte und verliebte sich in das Wesen der Quarter Horses.

Zurück in Portugal wollte sie diese Erfahrungen nicht mehr missen und entschied deshalb, Quarter Horses nach Portugal zu bringen.

Sandra Dias da Cunha


Drei Zuchtstuten im besten Alter, alle drei gebürtige Amerikanerinnen, machten sich im September 2010 auf den Weg “back to the roots” nach Iberien.

Sie brachten aber noch drei blinde Passagieren mit: drei Fohlen von Triple D Ranchs Deckhengst Tripledip of King Wimp.

Die uralten Zuchtlinien der drei Stuten und die 99,76% Foundationblut vom Hengst sollen für Fohlen im Foundationtyp sorgen.

Die große Reise beginnt...


Das erste kam am ersten Frühlingstag 2011 auf die Welt: DC Spring of Georgia ist somit das erste Quarter Horse Fohlen aus dieser neuen portugiesischen Zucht.


Die grösste portugiesische Pferderasse, der Lusitano, ist dem spanischen Andalusier sehr ähnlich und wird erst seit 1966 als vom Andalusier getrennte, eigene Rasse geführt. Ursprünglich als Arbeitspferde bei der Rinderzucht gezüchtet, wird der Lusitano wie viele andere Rassen, in letzter Zeit immer mehr für den Turniersport hochgezüchtet. Dabei geht sein ehemals sehr ausgeglichenes Wesen und robuster Körperbau leider immer mehr verloren. Die gleichen Eigenschaften, die früher beim Lusitano als Arbeitspferd so wichtig waren - Zuverlässigkeit, Leichtrittigkeit, Gehorsam und Nervenstärke - finden sich beim Foundationtyp Quarter Horse wieder.

DC Spring of Georgia - noch etwas schüchtern...


Rückeinkreuzungen sind daher schon seit einigen Jahren in Portugal sehr beliebt, vor allem weil die Portugiesen den “Motor” in der Hinterhand der Quarter Horses schätzen und damit den Antritt ihrer Stierkampfpferde verbessern wollen. Dazu wurden allerdings bisher nur einige wenige, nicht unbedingt zu den Besten gehörenden Quarter Horses benutzt.

Die oben genannten Eigenschaften eines Arbeitspferdes sind allerdings genau die gleichen, die ein besonders gutes Freizeitpferd auszeichnen. Mit Blick auf diesen Markt werden die neuen portugiesischen Quarter Horses heranwachsen und ausgebildet.

So wird sich also in nicht all zu ferner Zukunft zeigen, dass die Portugiesen auch das “Originalprodukt aus USA” (wieder) schätzen lernen.

Ziemlich kess die Kleine... ;-)