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Wann werden Freizeitpferde zu Problempferden?

Ich mache es einmal provokativ aber dennoch sachlich:

Wann werden Menschen zu Problemen????
» Wenn sie mit sich und ihrer Umgebung nicht mehr im Klaren sind!
» Wenn sie nicht mehr verstehen, was mit ihnen geschieht!
» Wenn sie ohne ersichtlichen Grund Schmerzen leiden!

So ergeht es auch den Tieren.

Jedem Pferdebesitzer liegt sein Tier wohl am Herzen. Die meisten lieben ihre Pferde innig, aber; lieben alleine genügt einfach nicht.
Ich muß wissen, wie ihre Psyche funktioniert und ich muß wissen, wie ihr Körper funktioniert um ihnen halbwegs gerecht zu werden.

All diese Dinge kann man lernen. Am besten von den Pferden selber. Wenn jemand Muße genug hat, sollte er sich auf eine Koppel setzen und ihnen zusehen.
Den größten Teil meines Wissens habe ich mir in vielen Stunden so angeeignet bzw. zeigen lassen. zumindest, was den psychischen Teil angeht.

Norbert Gleißner bei seiner Koppelsitzung.


Den physischen Teil kann ich auch erlernen. Physik ist ein Logikfach. Alles was sich dort abspielt kann ich im Vorfeld errechnen und belegen. Bewegungen, Kraftverbrauch, Verschleiß sind keine Zufälle sondern klar ersichtliche und vorhersehbare Abläufe.

Ergo muß der Mensch lernen zu Gunsten seines Pferdes seine Emotionen in den Griff zu bekommen und diese Tiere sachlich analysieren.

1. Nicht jedes Pferd ist ein Reitpferd
2. Nicht jedes Pferd ist für jede Reitweise geeignet!
3. Bevor ich ein Pferd vor dem Schlachter rette, überlege ich mir ob es auch gut für dieses Pferd
    oder nur für meine Psyche ist!

Der offizielle Begriff für eine solche Körperanalyse ist "funktionelle Anatomie".

Wir vergessen zu oft, dass Pferde mit Reitern Hochleistungssportler sind. Um über Stunden rund 15 % des Eigengewichtes an der körperlich schwächsten Stelle des Pferdes, den Rücken, zu ertragen, muß das Pferd von Haus aus schon über einen extrem guten Körperbau verfügen.

Nur etwa 50 % der Pferde entsprechen diesen Anforderungen. Der Rest wird durch diese Belastung überproportional beansprucht und verschlissen.

Weiterhin gebe ich zu bedenken, dass Pferde von Haus aus nicht zum Reiten gedacht sind. Wäre dies so, hätte der liebe Gott einen Reiter auf ihnen wachsen lassen.

Hat er aber nicht. Wir haben beschlossen sie so zu nutzen.

Somit liegt es auch in unserer Verantwortung, sie so zu trainieren, dass sie diesen Hochleistungsjob tun können.



Von alleine kommt kein Mensch auf ein Pferd, sondern nur weil es unser Wunsch ist es zu reiten.
Somit tragen wir die Verantwortung mit allen Folgen!

Das heißt:

1. Ganze Muskelgruppen müssen umtrainiert werden um Schwachstellen zu schützen
2. Sehnen und Bänder müssen wie bei jedem Sportler gedehnt und belastbar gemacht werden


Bei diesem Pferd müssen Schwachstellen
zum Wohle seiner Gesundheit geschützt werden.


Dies alles erfordert enorm viel Zeit und Hintergrundwissen über:

1. Welche Muskel müssen die Arbeit machen?
2. Wie trainiere ich diese am effektivsten?
3. Welche Art Muskeln hat mein Pferd überhaupt?


All diese Fragen werden um so wichtiger, je weniger sich ein Pferd als Reitpferd eignet.



Henrike bei der täglichen Arbeit mit einer unserer Zuchtstuten,
die alle die nötigen Reitpferdepoints besitzen.

Denn wisset:

Alle körperlichen Mankos in Hinsucht auf ein Reitpferd (und jedes Pferd hat solche) muß der Reiter durch sein Können und mit viel Arbeit kompensieren.

Mit diesem Wissen wird auch schnell deutlich, warum Pferde für 1000 € und andere für 500.000 € verkauft werden. Sicher nicht, weil einigen das Geld egal ist. Leider ist es so, dass Menschen mit viel Hintergrundwissen natürlich Pferde kaufen die mit dem wenigsten Aufwand und den kleinsten Schäden ihre Arbeit verrichten können. Diese Pferde sind eben teuer. Auch hier hat Qualität ihren Preis.

Bleiben also die "körperlich" schwächeren Pferde für die Reiter mit weniger Wissen, weniger Geld. Dies führt nahezu immer in eine Sackgasse und das Pferd hat dafür zu zahlen mit höherem Verschleiß, Schmerzen usw.

Da sich dieses Wissen auch in Freizeitreiterkreisen immer stärker verbreitet, kaufen sich viele Reiter nun alternative ein gutes, sehr junges Pferd (Absetzer).

Diese sind noch für jedermann bezahlbar und der Kaufpreis für ein gutes Reitpferd wird so auf ca. 3 Jahre verteilt.

Selbst wenn man bei einem Absetzer bis zum ersten reiten
mind. 3 Jahre warten muß, so bleibt viel Zeit zum zusammen wachsen
und gemeinsam viele schöne Stunden zu verbringen.


Da die Belastung für ein Pferd so niedrig wie möglich bleiben soll, sollte dann dieses Pferd in eine Ausbildung gegeben werden.

1.) Ist es nicht jedermanns Sache Pferde auszubilden. Nicht jeder der rechnen kann eignet sich auch als Mathematiklehrer
2.) Ist es ein Zeitfaktor. Was ein Profi einem Pferd in 2 Monaten beibringt (zum Nutzen des Pferdes) schafft ein Laie kaum in einem Jahr ( zu Lasten des Pferdes).
3.) Sind Ausbildung eines Pferdes und Nachreiten eines fertigen Pferdes zwei völlig unterschiedliche Reitweisen
4.) Sind beide Arten so zeitaufwendig, dass es schon aus Zeitgründen unmöglich werden dürfte, dieses selber zu tun.

Henrike zeigt hier, das Ausbilden junger Pferde kann durchaus Spaß bringen, sowohl für Mensch als auch Pferd. ;-)

Dieses Statement wäre endlos fortzuführen.
Aber ich möchte hier erst einmal schließen mit einem Schlußwort von einem Freund geschrieben:

"Gerade in diesem Bereich gibt es sehr viel zu bedenken und zu entscheiden. Aber was auch immer ich für Tiere entscheide, ich sollte es mit

Herz und Verstand


tun.

Viel Liebe zu ihrem Pferd und den Verstand ihr Pferd
und sich ausbilden zu lassen, brachten diese beiden schon weit!
Eine Reitschülerin bei uns die englisch reitet.



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